Sonderurlaub bei Umzug

Obwohl der Sonderurlaub im Umzugsfall keineswegs genehmigt werden muss, wird er trotzdem häufig bewilligt. Besonders wichtig dafür sind die Leistungen des Mitarbeiters für das Unternehmen sowie das persönliche Verhältnis zum Chef und auch die grundsätzliche Offenheit des Chefs solchen Mitteln der Anerkennung gegenüber.

 

Habe ich ein Recht auf Sonderurlaub?

Entgegen immer wieder kursierender Gerüchte besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Sonderurlaub im Falle eines Umzugs. Dieser steht einem Mitarbeiter laut §616 des BGB gesetzlich dann zu, wenn ein Arbeitnehmer unverschuldet aus persönlichen Gründen und nur für verhältnismäßig kurze Zeit an der Arbeitsleistung gehindert ist, wie es zum Beispiel im Todesfall in der näheren Familie oder bei der Geburt des eigenen Kindes der Fall ist. Die Regelung greift aber auch bei einem Umzug aus beruflichen Gründen, wenn der Umzug betrieblichen Gründen geschuldet, zum Beispiel durch die Versetzung an einen anderen Firmenstandort, ist.  Bei privaten Umzügen ist es daher sinnvoller, anstatt sich aufgesetzliche Regelungen zu berufen, sich den eigenen Arbeitsvertrag sowie eventuell Tarif- oder Betriebsvereinbarung genauer anzusehen. Dort werden gegebenfalls auch Bedingungen aufgeführt, an die Sie sich halten müssen. 

An wen wende ich mich, wenn ich Sonderurlaub für den Umzug beantragen möchte?

Grundsätzlich ist es ratsam, sich bei guten Kollegen oder dem Betriebsrat umzuhören, wie die grundsätzliche Stimmung der Geschäftsleitung/der Vorgesetzten diesbezüglich ist. Dann sollten Sie am besten zu Ihrem direkten Vorgesetzten gehen, mit dem Sie sich im Idealfall gut verstehen. Die persönliche Wertschätzung sorgt oft dafür, dass auch mal ein Auge zugedrückt und der Sonderurlaub bewilligt wird.

 

Wie gehe ich am besten vor, wenn ich Sonderurlaub für meinen Umzug beantragen möchte?

Versuchen Sie nicht unnötigen Druck aufzubauen und kommen Sie am besten nicht mit gesetzlichen Regelungen, die auf Ihren Fall gar nicht zutreffen. Seien Sie freundlich und erklären Sie knapp aber deutlich Ihre Situation. Sagen Sie, dass Sie ein Gros des Umzugs natürlich am Wochenende erledigen wollen, dass dies aber alleine am Wochenende und nach Feierabend nicht zu schaffen ist.

Hier noch ein paar Ideen, was Sie im Gespräch anbringen könnten:

  • Erinnern Sie Ihren Chef an seinen eigenen letzten Umzug, um sein Verständnis zu gewinnen
  • Erinnern Sie ihn an Ihren letzten geschäftlichen Erfolg und schlagen Sie ihm den Sonderurlaub als Prämie vor
  • Bieten Sie ihm an, im Gegenzug für zwei Wochen eine bestimmte Leistung fürs Büro zu erbringen: Kaffee kochen, Abwaschen oder die Freitags-Brotzeit mitbringen, etc.
  • Wenn dies zutrifft, erinnern Sie ihn an die letzte Krankheitvertretung für Ihren Kollegen in Form von zahlreichen Überstunden und betonen Sie Ihre sehr sehr seltenen Krankheitstage
  • Versprechen Sie Ihrem Chef, den Sonderurlaub vor den Kollegen für sich zu behalten. Das bewahrt ihn vor einigen kommenden Anfragen. 
  • Erklären Sie ihm, dass Sie sich dafür die restliche Arbeitszeit ganz auf Ihre Arbeit konzentrieren können und nicht abgelenkt sind, wenn Sie Sonderurlaub bekommen und den Umzug am Stück über die Bühne bringen
  • Erinnern Sie Ihren Chef an Ihre langjährige Betrieszugehörigkeit
  • Fragen Sie am besten nach zwei Tagen Sonderurlaub. Damit steigen die Chancen enorm, dass Sie wenigstens einen Tag Urlaub für den Umzug bekommen. 

 

Wann sollte ich den Urlaubstag für den Umzug beantragen?

Am besten ist es natürlich, den Sonderurlaub für den Umzug so früh wie möglich zu beantragen. Auch deshalb, weil Sie für den Fall, dass Sie keinen Sonderurlaub genehmigt bekommen, noch genug Zeit und Vorlauf haben, regulären Urlaub zu beantragen. Grundsätzlich sollten Sie den Antrag für den Urlaubstag wegen Ihres Umzugs mindestens 2 Wochen vorher bei Ihrem Chef einreichen. 

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